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Hutstein



Joined: 27 Mar 2021
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Location: Bavaria, Germany

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Post Posted: Tue Aug 17, 2021 5:40 am      Post subject: Hutstein in Breslau 1819
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Hello,

I'm searching for Hutstein family members in former Breslau.
Carl Friedrich Julius Hutstein was born 18.12.1819 perhaps in Breslau. His parents were the shoemaker Carl Joseph Hutstein oo Anna Rosina Weiss living in the Kleine Groschengasse #31 (today ul. Mennicza).
Julius married Mathilde Auguste Emilie Fischer on 26.9.1845 in the St. Elisabeth church, Breslau. Several children got baptised there, too. They lived in the Kupferschmiedstrasse #25.

Does anybody have any more information about Carl Joseph Hutstein or his wife ? Or any other Hutstein or Hutsteiner records in Breslau ?

Thank You
Josef
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Joined: 21 Dec 2025
Replies: 2

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Post Posted: Sun Dec 21, 2025 2:09 pm      Post subject:
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Hello.

I'm not sure you know, you looking for famous Breslauer citizen, e.i.: Breslauer Zeitung, Nr. 43, 18. Januar 1885, page 6:

"Unter den bekannten Perſönlichkeiten, welchen man in Breslau in dieſer Woche das letzte Geleit gab, ſteht ovenan Julius Hutſtein, jedem Breslauer bekannt nicht nur als der langjährige Chef des großen Droguengeſchäfts dieſes Namens, ſondern mehr noch a's der Schöpfer der prachtvollen Alpenanlage im Schießwerder und der Reſtaurator des Schießwerdergartens überhaupt. Carl Friedrich Julius Hutſtein wurde am 18. December 1819 in Breslau als Sohn des Schuhmachermeiſters Joſeph Hutſtein geboren, abſolvirte die bekannte gute Schule des Rectors Morgenbeſſer und trat 1833 als Lehrling in die damals bedeutende Droguenhandlung von E. E. Preuß ein. Auch ſeine ſpäteren Stellungen hielten ihn in Breslau feſt, und 1845 etablirte er ein eigenes Droguengeſchäft. Seine raſtlos vorwärts ſtrebende Natur trieb ihn aber aus dem engen Rahmen des kauf- männiſchen Getriebes hinaus. Als Autodidakt vervollkommnete er ſeine Schulbildung und arbeitete im chemiſchen Laboratorium der Univerſität unter Leitung des „alten Duflos“, der heute noch als hoher Achtziger in Annaberg in Sachſen lebt. Er ſtudirte mit ſtetem Hinblick auf die praktiſchen Bedürfniſſe des gewerblichen Lebens. In dieſer Richtung wurde er bald, Dank ſeinem unermüdlichen Fleiße, aus dem Schüler zum vielgeſuchten Lehrer, der nicht nur im Gewerbe⸗Verein, zu deſſen Vorſitzendem er erwählt wurde, der ſtete Berichterſtatter für alle in dieſes Fach ſchlagenden neuen Erfindungen war, ſondern auch im privaten Verkehr jedem Rath- ſuchenden bereitwilligſt und entgegenkommend half. Keiner, der in irgend einer techniſchen Angelegenheit zu Hutſtein kam, ging ohne hilf- reichen Beirath von ihm fort, er vereinigte in ſeiner Perſon den Ge- lehrten und den Praktiker in ganz außergewöhnlicher Weiſe. Das Jahr 1866 brachte ihn in die Verwaltung des Schießwerders, deſſen Garten damals ſehr traurig ausſah; an Stelle der ſchönen Pflan- zungen links vom Eingange lagen Gräben und wüſte Schutthaufen. Hutſtein unterzog ſich der neuen Aufgabe mit vollem Eifer, der Garten wurde vollkommen umgearbeitet, das geſtrüppähnliche Buſch- werk caſſirt und ſchöne Bosquetpflanzungen mit vollem Verſtändniß der Pflanzenformen geſchaffen. Die Krone aber ſetzte er ſeinem Werke auf mit der Anlage der wunderhübſchen Felspartie, die wie ein Stück wirkliche Berglandſchaft ſchier märchenhaft in unſere Ebene hineinverſetzt erſcheint. Dieſe Bergpartie findet weder in Deutſchland noch auf dem Continent an Naturwahrheit ihres Gleichen. Es gab größere Sammlungen von Alpenpflanzen z. B. in Genf und Wien, früher auch in Innsbruck, aber es giebt keine zweite ſo naturgetreue Copie einer pflanzenbewachſenen Bergwand und Thalſchlucht. Auf dieſem Gefilde pflegte Hutſtein mit unverdroſſener Sorgfalt faſt alle Selten- heiten der Hochalpen von ganz Europa. Zwiſchen Schaaren von Edelweiß und Alpenroſen blühten die ſeltenſten Primel und moos- artige Polſter bildenden Steinbrecharten. Eine unendliche Arbeit und ſtete Mühe ruht auf der Cultur dieſes zierlichen Pflänzchens, an deren Wohlergehen Hutſtein's ganzes Herz hing. Als er dann 1882 die Leitung dieſer Pflanzungen niederlegte, weil ſeinen Ideen zu viel Widerſpruch entgegentrat, nahm er für immer von ſeiner Lieblings- ſchöpfung Abſchied und ſeit jener Zeit datirt der raſche Niedergang ſeiner Kräfte, der den kaum 65jährigen Mann einem friedlichen Ein- ſchlummern entgegenführte. An ſeiner Bahre trauerten ſeine Wittwe und drei Töchter; das zahlreiche Grabgeleite, welches dem Sarge des einfachen, ſchlichten Mannes folgte, zeugte dafür, daß man in weiten Kreiſen um einen Mitbürger trauerte, der überall voranſtand, wo es galt, für der Stadt Beſtes zu wirken."

My pleasure
Romek
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Joined: 21 Dec 2025
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Post Posted: Tue Apr 14, 2026 2:49 am      Post subject: Continued:
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[Breslauer Zeitung Nr. 451, 30. Juni 1895, page 9]

"50 jähriges Jubiläum. Am 1. Juli 1845 wurde die im Laufe der Jahrzehnte über die Grenzen des Vaterlandes hinaus bekannt gewor⸗dene Firma Julius Hutſtern hierſelbſt begründet. Julius Hutſtein, der einer alten öſterreichiſchen Familie entſtammte, ader in Breslau geboren wurde, begann am 1. Juli 1845 auf der Kupferſchmiedeſtraße eine auf dem beſcheidenſten Fuße eingerichtete Kolonialwaaren⸗ und Farbſtoff- Handlung, welche ſich nur mäßigen Umſatzes erfreute. Hutſtein beſchloß daher, ſich mehr auf techniſche Chemie zu werfen und begann die Ver- ſtudien 1847 mit dem Erlernen der lateiniſchen Sorache. Unter Führung der Profeſſoren Löwig und Duflos, von denen beſonders der letztere ſich Hutſteins annahm, arbeitete er ſich auf chemiſchem Gebiet gründlich ein und betrieb als Spezialität die Herſtellung von Feuerwerks⸗Speziali- täten, durch deren Güte und Reinheit die Firme nicht nur Weltruß erlangte, ſondern auch derartig erblühte, daß Hutſtein 1866 das noch deut der Firma gehörende Haus Schuhbrücke 54 kaufen und daſelbſt ein großes Laboratorium errichten konnte. Reben der eifrigen Pflege ſeines Geſchäfts aber wurde Hutſtein ein ſorgſamer Lehrer nicht nur ſeines Perſonals, ſondern zahlreicher Induſtrieller, für die er im Gewerbeverein jahreleng beifällig aufgenommene und ſtark beſuchte Vorträge hielt. Eine beſondere Vorliebe verband Hutſtein mit der Gärtnerei und ſeine Zimmerkukturen von buntblätkrigen Orchideen aus der tropiſchen Inſelwelt Aſiens, den größten Koſtbarkeiten der Gewächshäuſer, ſtanden unerreicht da. Im Schießwerder ſchuf Hutſtein in den Jahren 1878—79 die herrliche Alpen- pflanzenanlage, die in ihrem Aufbau an Naturwahrheit in Deutſchland einzig daſteht und auf der er die ſeltenſten Blüthenſchätze der Hochalpen mit emſiger Sorgfalt pflegte. An dieſer Stätte wird demnächſt ein von der Stadt errichteter Denkſtein ehrend an Julius Hutſteins Verdienſte um die Allgemeinheit erinnern. Mit Hutſteins Tode im Jahre 1885 ging die Firma auf ſeinen Schwiegerſohn Bruno Techell über, der ader ſchon 1890 krankheitshalber ausſchied und ſie ſeinem Schwiegerſohne, dem Apotheker Richard Ruſch, übergab, unter deſſen Leitung ſie auf der alten Höhe weiter blüht."
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